Lipödem verstehen

Einfach erklärt: Was hilft wirklich?

Ein Lipödem ist eine Krankheit. Sie betrifft fast nur Frauen. Bei einem Lipödem ist zu viel Fett an den Beinen oder Armen. Der Körper ist dann nicht mehr im Gleichgewicht.
Wichtig zu wissen: Ein Lipödem entsteht nicht durch falsches Verhalten. Es ist eine echte Krankheit, keine Frage von Disziplin.

Der Weg zur Therapie auf einen Blick

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Der Weg von den ersten Anzeichen bis zur Nachsorge.

1. Die Symptome: Woran erkennt man ein Lipödem?

Typische Anzeichen eines Lipödems: Schmerz, Druckempfindlichkeit und schnelle blaue Flecken.

Typische Anzeichen eines Lipödems: Schmerz, Druckempfindlichkeit und schnelle blaue Flecken.

Ein Lipödem zeigt sich auf verschiedene Arten. Typische Anzeichen sind:

●        Die Beine oder Arme sind dicker als der Rest vom Körper.

●        Die Stellen tun weh. Manchmal drückt es. Manchmal ist es ein Dauerschmerz.

●        Schon eine leichte Berührung kann schmerzen.

●        Man bekommt schnell blaue Flecken.

●        Die Beine oder Arme fühlen sich schwer an.

Wichtig zu wissen: Der Schmerz ist das wichtigste Zeichen. Nicht nur, wie dick das Bein aussieht. Auch bei einer leichten äußeren Ausprägung können die Beschwerden sehr stark sein.

2. Die Diagnose: Wie stellt der Arzt die Krankheit fest?

Die Diagnose eines Lipödems erfolgt durch die klinische Untersuchung beim Arzt oder der Ärztin.

Die Diagnose eines Lipödems erfolgt durch die klinische Untersuchung beim Arzt oder der Ärztin.

Für die Diagnose wird der Körper genau untersucht. Es werden auch Fragen zu den Beschwerden gestellt, zum Beispiel: Wo genau tut es weh? Seit wann gibt es die Probleme? Gibt es blaue Flecken?
Eine Blutuntersuchung oder ein Röntgenbild braucht man dafür meistens nicht. Ein Lipödem wird vor allem im Gespräch und bei der körperlichen Untersuchung erkannt.

3. Der erste Weg der Therapie

Nach der Diagnose beginnt die Behandlung. Man startet immer mit sanften Maßnahmen. Man nennt das konservative Therapie. Dazu gehören zum Beispiel Kompressionsstrümpfe.

Illustration eines Beins mit medizinischem Kompressionsstrumpf zur Lipödem-Behandlung

Kompressionsstrümpfe sind ein zentraler Baustein der Lipödem-Therapie und helfen, den Schmerz zu lindern.

Kompressionsstrümpfe drücken sanft auf das Bein. Das hilft gegen den Schmerz. Die Strümpfe machen das Fett nicht weniger. Aber sie tun gut. Wichtig ist eine individuelle Anpassung, denn nicht jedes Material und jede Stärke passt zu jedem Bein.

Gemeinsam stark: Patientin, Arzt und Therapeut:in

Eine gute Behandlung funktioniert am besten im Team. Die Patientin, der Arzt oder die Ärztin, die Physio- oder Ernährungstherapeut:in und das Sanitätshaus arbeiten zusammen. So passt die Behandlung genau zur Patientin.

Physiotherapie

Sanfte, gezielte Bewegung ist ein wichtiger Baustein der Lipödem-Therapie.

Physiotherapie ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Die Leitlinie empfiehlt regelmäßige Bewegung, weil sie Schmerzen lindern kann. Die Übungen sollen dabei sanft sein und den Körper nicht zu stark belasten.

Besonders wichtig ist die manuelle Lymphdrainage. Das ist eine sanfte, spezielle Massage, die von ausgebildeten Therapeut:innen durchgeführt wird. Sie unterstützt den Fluss der Lymphflüssigkeit im Körper und kann das Schweregefühl in den Beinen oder Armen deutlich lindern. Die Lymphdrainage ist Teil der sogenannten komplexen physikalischen Entstauungstherapie und wird oft mit Kompressionskleidung kombiniert, damit die Wirkung länger anhält.

Extra-Tipp: Druckwellenmassage als angenehme Ergänzung

Neben Physiotherapie bieten wir in unserem Studio zusätzlich die SLIMYONIK-Druckwellenmassage an – eine besonders entspannende Möglichkeit, deinen Beinen im Alltag etwas Gutes zu tun.

Dabei liegst du bequem auf der Liege, während eine spezielle Hose sanfte, rhythmische Druckwellen an deinen Beinen entlangwandern lässt – eine wohltuende Lymphmassage, die besonders gleichmäßig wirkt. Viele unserer Kundinnen berichten, dass sich ihre Beine danach spürbar leichter und entspannter anfühlen.

Das macht SLIMYONIK zu einer schönen Ergänzung, wenn:

  • deine Beine sich am Ende des Tages schwer anfühlen

  • du eine entspannende Extra-Behandlung zu deiner bestehenden Therapie suchst

  • du eine Auszeit im Alltag brauchst – ganz ohne Anstrengung, einfach im Liegen

Ernährungstherapie

Illustration eines bunten, gesunden Tellers mit Gemüse als Symbol für die Ernährungstherapie bei Lipödem

Eine angepasste Ernährung unterstützt die Lipödem-Therapie und kann helfen, das Gewicht stabil zu halten.

Ein Lipödem entsteht nicht durch die Ernährung. Dennoch kann eine angepasste Ernährung die Behandlung sinnvoll unterstützen. Besteht zusätzlich Übergewicht, kann dies die Beschwerden verstärken. Eine fundierte Ernährungsberatung ist deshalb ein sinnvoller Bestandteil der Therapie. Sie hilft, das Gewicht stabil zu halten, unterstützt den Körper und kann die Symptome lindern.

Die Seele braucht auch Hilfe

Gespräche und psychologische Unterstützung sind ein wichtiger Teil der Lipödem-Therapie.

Gespräche und psychologische Unterstützung sind ein wichtiger Teil der Lipödem-Therapie.

Ein Lipödem betrifft nicht nur den Körper, sondern oft auch die Psyche. Scham und Rückzug sind verständliche Reaktionen, mit denen viele Betroffene zu kämpfen haben. Gespräche und psychologische Unterstützung können hier eine wichtige Hilfe sein. Betroffene sollen dabei aktiv einbezogen werden und ihre eigenen Therapieziele mitbestimmen können.

4. Die Operation

Bringen die konservativen Maßnahmen nicht die gewünschte Linderung, besteht die Möglichkeit einer Operation – der sogenannten Liposuktion. Dabei wird das erkrankte Fettgewebe gezielt entfernt.
Wichtig: Die Operation stellt den letzten Schritt der Behandlung dar, nachdem alle konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft wurden. Sie dient nicht dem Zweck der Gewichtsreduktion, sondern kommt zum Einsatz, wenn die Schmerzen trotz Therapie bestehen bleiben.

5. Die Nachsorge nach der Operation

Nach der Liposuktion ist konsequente Nachsorge wichtig für den langfristigen Behandlungserfolg.

Nach der Liposuktion ist konsequente Nachsorge wichtig für den langfristigen Behandlungserfolg.

Direkt nach der Operation beginnt die Nachsorge. Man nennt das Entstauungstherapie. Dazu gehören mehrere Dinge, die zusammen wirken:

  • Lymphdrainage kann sofort nach der Operation beginnen. Sie hilft, die Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren.

  • Kompression wird meist durchgehend getragen. Sie hilft gegen Schwellungen.

  • Hautpflege ist wichtig, weil die Haut nach der Operation empfindlich ist.

  • Sanfte Bewegung in Kompression unterstützt zusätzlich den Lymphfluss.

Wie lange und wie oft behandelt wird, ist bei jeder Person unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie der Körper nach der Operation aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

●        Symptome: Schmerz, Schwere, schnelle blaue Flecken.

●        Diagnose: Der Arzt untersucht den Körper und fragt nach den Beschwerden.

●        Erste Therapie: Kompression, Physiotherapie.

●        Operation: Nur wenn die sanfte Therapie nicht reicht.

●        Nachsorge: Nach der Operation ist weitere Pflege wichtig.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie e.V.: S2k-Leitlinie Lipödem, Version 5.0, 2024. AWMF-Register-Nr. 037-012. Online: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-012

medi GmbH & Co. KG: Scientific Summary #33 – S2k-Leitlinie Lipödem: Die wichtigsten Therapieempfehlungen auf einen Blick.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Beschluss zur Liposuktion bei Lipödem als Kassenleistung, 2025.

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Die Zukunft des Beckenbodentrainings